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Lissabon und Meer Lissabon und Meer
Praça do Comércio mit den gelben LISBOA-Buchstaben, Reiterstatue und Arco da Rua Augusta
Sehenswürdigkeiten

Praça do Comércio

Der größte Platz der Stadt, direkt am Tejo – und oben auf dem Triumphbogen wartet ein Aussichtspunkt, den viele übersehen.

Sven da Silva Rochel Sven da Silva Rochel Aktualisiert am
Vor Ort geprüft November 2026
5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Die Praça do Comércio (auch Terreiro do Paço) ist Lissabons großer Platz am Tejo. Er entstand nach dem Erdbeben von 1755 an der Stelle des zerstörten Königspalasts. Der Platz selbst ist kostenlos, für die Aussichtsplattform im Arco da Rua Augusta zahlst du ca. 4 € (mit Lisboa Card gratis, täglich 10–19 Uhr, Stand: November 2026). Plane 30 bis 60 Minuten ein, am besten morgens oder zum Sonnenuntergang an den Cais das Colunas.

Wenn du vom Rossio die Rua Augusta hinunterläufst, öffnet sich am Ende plötzlich alles: ein riesiger Platz, gelbe Arkaden auf drei Seiten und auf der vierten der Tejo, der hier schon fast wie ein Meer aussieht. Die Praça do Comércio ist das Wohnzimmer der Stadt, wenn Lissabon feiert – Silvester, Marathon, Weihnachtsbaum. Und an ganz normalen Tagen ist sie einfach ein schöner Ort, um aufs Wasser zu schauen.

Die Lissabonner sagen übrigens oft noch Terreiro do Paço. Warum, erfährst du gleich.

Praça do Comércio auf einen Blick

Was Großer Platz am Tejo mit Triumphbogen, Reiterstatue und Anlegestelle
Wo Baixa, am Ende der Rua Augusta
Eintritt Platz kostenlos, rund um die Uhr zugänglich
Arco da Rua Augusta ca. 4 €, täglich 10–19 Uhr (letzter Einlass 18:30)
Lisboa Card Arco da Rua Augusta inklusive
Dauer 30–60 Minuten
Anfahrt Metro Terreiro do Paço (blau), Tram 15E/25E

Preise und Zeiten: Stand November 2026.

Geschichte: ein Platz aus den Trümmern

Bis 1755 stand hier der Paço da Ribeira, der prächtige Königspalast mit einer der größten Bibliotheken Europas. Dann kam der 1. November 1755: Erst bebte die Erde, dann rollte eine Flutwelle den Tejo hinauf, und am Ende brannte die Unterstadt tagelang. Vom Palast blieb nichts übrig.

Der Minister Marquês de Pombal ließ die Baixa danach komplett neu planen: schnurgerade Straßen, einheitliche Fassaden, erdbebensichere Holzgerüste in den Wänden. Der neue Platz am Wasser bekam den Namen Praça do Comércio, „Platz des Handels“, denn in den Arkaden zogen Zoll, Börse und Handelsbehörden ein. Den alten Namen Terreiro do Paço („Palasthof“) haben die Lissabonner aber nie aufgegeben.

In der Mitte steht seit 1775 die Reiterstatue von König José I., der während des Bebens regierte. Und der Platz hat noch ein dunkles Kapitel: Am 1. Februar 1908 wurden hier König Carlos I. und sein Thronfolger bei einem Attentat erschossen – zwei Jahre später war Portugal eine Republik.

Wenn du verstehen willst, wie sehr das Erdbeben die Stadt verändert hat, empfehle ich dir vorher einen Besuch im Quake in Belém. Danach schaust du die Baixa mit ganz anderen Augen an.

Arco da Rua Augusta: mein Geheimtipp oben drauf

Der Triumphbogen an der Nordseite verbindet den Platz mit der Fußgängerzone Rua Augusta. Er sollte eigentlich schon kurz nach dem Wiederaufbau stehen, fertig wurde er aber erst 1875. Oben thront die Figur der Glória, die den Genius und die Tapferkeit krönt, darunter stehen Helden wie Vasco da Gama und der Marquês de Pombal.

Was viele nicht wissen: Oben im Bogen gibt es eine Aussichtsplattform. Seit 2013 ist sie für Besucher geöffnet. Von der Rua Augusta aus fährst du mit einem kleinen Aufzug hoch, das letzte Stück geht es über eine enge Wendeltreppe. Unterwegs kommst du durch den Raum mit dem alten Uhrwerk, wo eine kleine Ausstellung die Geschichte des Bogens erklärt.

Der Blick von oben ist fantastisch: auf der einen Seite die Praça do Comércio und der Tejo, auf der anderen die Rua Augusta wie mit dem Lineal gezogen, dahinter die Burg und die Kathedrale Sé.

Cais das Colunas: Sonnenuntergang am Tejo

Gegenüber vom Arco, auf der Wasserseite, führt eine breite Marmortreppe direkt in den Fluss. Links und rechts stehen zwei Säulen – die Cais das Colunas. Früher legten hier Könige und Staatsgäste an, und für viele war das der erste Schritt nach Lissabon.

Heute sitzen hier Einheimische und Reisende nebeneinander auf den Stufen, Straßenmusiker spielen, und bei Ebbe plätschert das Wasser über die unteren Stufen. Zum Sonnenuntergang wird es voll, aber das gehört dazu. Von hier siehst du die Ponte 25 de Abril und auf der anderen Seite den Cristo Rei.

Was es sonst am Platz gibt

  • Arkaden: Unter den Bögen gibt es Cafés und Restaurants mit Terrasse. Schön zum Sitzen, aber preislich eher touristisch. Das traditionsreiche Café Martinho da Arcada an der Nordostecke existiert seit dem 18. Jahrhundert, hier saß schon der Dichter Fernando Pessoa.
  • Touristeninformation: In den Arkaden findest du ein Büro von Turismo de Lisboa, wo du auch die Lisboa Card bekommst.
  • Ribeira das Naus: Westlich vom Platz beginnt eine Uferpromenade mit Holzliegen und Treppen zum Wasser. Darüber kommst du in 10 Minuten zum Cais do Sodré.
  • Fähren: Am Terminal Terreiro do Paço legen Fähren ans Südufer ab.
  • Museu da Cerveja: In den Arkaden gibt es auch das sogenannte Biermuseum. Ich war im September 2026 dort, und es war ein Reinfall: Ein richtiges Museum ist das gar nicht.

Feste auf der Praça do Comércio

Wenn in Lissabon groß gefeiert wird, dann meistens hier. An Silvester gibt es kostenlose Konzerte und um Mitternacht ein Feuerwerk über dem Tejo. Im Advent steht ein riesiger Weihnachtsbaum auf dem Platz. Und im Oktober laufen die Teilnehmer des Lissabon-Marathons hier ins Ziel.

Tipps für deinen Besuch

  • Beste Zeit: früh morgens, wenn der Platz fast leer ist, oder zum Sonnenuntergang an den Cais das Colunas.
  • Taschendiebe: Auf dem Platz und in der Rua Augusta ist viel los. Halte dein Handy und Portemonnaie im Blick.
  • Sonne: Schatten gibt es kaum, außer unter den Arkaden. Im Sommer mittags lieber meiden.
  • Kombinieren: Rossio → Rua Augusta → Arco → Praça do Comércio → Ribeira das Naus → Cais do Sodré ist ein entspannter, flacher Spaziergang von rund einer Stunde.

Anfahrt

In der Nähe

  • Rossio – 10 Minuten zu Fuß über die Rua Augusta
  • Kathedrale Sé – rund 10 Minuten bergauf Richtung Alfama
  • Convento do Carmo – die Klosterruine oben im Chiado
  • Elevador de Santa Justa – der berühmte Aufzug in der Baixa

Selbst fotografiert

Alle Fotos: © Sven da Silva Rochel

Häufige Fragen

Was kostet der Arco da Rua Augusta?

Die Aussichtsplattform oben im Bogen kostet ca. 4 € (Stand: November 2026). Mit der Lisboa Card ist der Eintritt frei. Den Platz und den Bogen von unten siehst du natürlich gratis.

Wie lange braucht man für die Praça do Comércio?

Für einen Spaziergang über den Platz und zu den Cais das Colunas reichen 30 Minuten. Mit Aussichtsplattform und einem Kaffee unter den Arkaden solltest du eine Stunde einplanen.

Warum heißt die Praça do Comércio auch Terreiro do Paço?

Bis 1755 stand hier der Königspalast, der Paço da Ribeira. Der Name „Palasthof“ hat sich bei den Lissabonnern gehalten, auch die Metrostation heißt Terreiro do Paço.

Wie komme ich zur Praça do Comércio?

Mit der blauen Metrolinie bis Terreiro do Paço, mit der Tram 15E oder 25E oder zu Fuß in 10 Minuten vom Rossio über die Rua Augusta.

Was sind die Cais das Colunas?

Eine Marmortreppe mit zwei Säulen, die direkt in den Tejo führt. Früher legten hier Könige und Staatsgäste an, heute ist es einer der schönsten Plätze in Lissabon für den Sonnenuntergang.

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Erstmals veröffentlicht am

Sven da Silva Rochel

Geschrieben von

Sven da Silva Rochel

Ich lebe seit 2018 in Lissabon, spreche Portugiesisch und teste jeden Tipp hier selbst – vom Miradouro bis zur Tasca um die Ecke. Wenn sich Preise oder Öffnungszeiten ändern, aktualisiere ich den Artikel.

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