Zum Inhalt springen
Lissabon und Meer Lissabon und Meer
Lissabon - Die Geschichte der Stadt der Seefahrt
Lissabons Geschichte
Lissabon

Lissabons Geschichte

Sven da Silva Rochel Sven da Silva Rochel Aktualisiert am
Vor Ort geprüft November 2026
5 Min. Lesezeit

Die portugiesische Hauptstadt am Atlantik liegt am Ufer des Fluss Tejo und beeindruckt mit wunderschönen alten Gebäuden, engen Gassen, viel Kultur und tollen Menschen.

Doch nicht nur in der heutigen Zeit ist Lissabon für viele Menschen eine beliebte Stadt zum Reisen, auch damals im 16. Jahrhundert war Lissabon bereits eine wohlhabende Weltstadt der Handelsmacht Portugal.

Als Hafenstadt spielt die Seefahrt natürlich eine entscheidende Rolle in der Stadthistorie der einst vermögendsten Stadt Europas. Selbst, wer nicht besonders geschichtsinteressiert ist, wird der faszinierenden Geschichte Lissabons nicht weichen können. Die Stadt hat eine sehr abwechslungsreiche und vor allem spannende Geschichte zu erzählen und ist in der ganzen Stadt präsent.

Wusstest du, dass die Portugiesen Indien entdeckt, damit die „Gewürzroute“ nach Europa schufen und es bis 1961 in Indien eine portugiesische Kolonie gab? Überdies haben es auch einige schwere Katastrophen in die Geschichtsbücher Lissabons geschafft.

Die geografische Lage von Lissabon

Lissabon ist nicht nur die Hauptstadt Portugals, sondern auch die Stadt der sieben Hügel. Sie liegt weit am Rande der Ausläufer der Estremadura-Hochebene, die im Norden von Lissabon liegt. Auf Portugal bezogen, liegt die Stadt im Südwesten des Landes und ist damit, nach Athen, die zweitsüdlichste Hauptstadt in ganz Europa.

Lissabon Geschichte

Bildnachweis: TUBS, CC BY-SA 3.0 CC-Lizenz, via Wikimedia Commons

Schaut man sich die Welt- bzw. Europakarte an, fällt auf, dass Lissabon, auf der iberischen Halbinsel, im äußersten Südwesten von Europa angesiedelt ist. Außerdem liegt Lissabon direkt am Atlantik und an der Flussmündung des Tejo, der in Spanien entspringt. Die höchste Erhebung der Stadt misst 113 Meter.

Lissabon Geschichte vor dem „goldenen Zeitalter“

Das 15. und 16. Jahrhundert gilt in Lissabon als „goldenes Zeitalter“. Denn in dieser Zeit blühte die portugiesische Seefahrt so richtig auf. Es gab große Beute und immer mehr Reichtum in Lissabon und ganz Portugal. Der Einfluss und die Macht stiegen immer weiter an.

Die Phönizier, die ca. 1.200 vor Christus in der geschützten Bucht, an der Mündung des Tejo, angesiedelt hatten, legten den Grundstein für diesen wirtschaftlichen und finanziellen Erfolg. Kurz vor der Geburt Christi herrschten die Römer unter Gaius Julius Caesar in Lissabon; damals unter dem Stadtnamen „Felicitas Julia“. Es folgte die Herrschaftszeit der Germanen und im Laufe der Jahre siedelten immer mehr Mauren und Araber in Lissabon an. Zu dieser Zeit trug die Stadt den Namen „Al-Aschbouna“ und wechselte regelmäßig die Herrscher. Der erste König Portugals, Dom Afonso Henriques, schlug im 12. Jahrhundert die Mauren in die Flucht und herrschte von dort an auch über Lissabon.

Die Seefahrt in Lissabon

Es begann das „goldene Zeitalter“ in Lissabon, nachdem der erste König des Landes seinen Königshof nach Lissabon verlegt hatte und die Stadtbevölkerung angewachsen war. Die Herrscher wechselten weiter und so kam es schließlich im 15. Jahrhundert unter König João I. zur ersten Eroberungsfahrt. Diese war der Startschuss für die Entwicklung zu einer der bedeutendsten See- und Kolonialmächte auf dem Erdball. Das Ganze ging so weit, dass das kleine Portugal an der Atlantikküste rasant mehr als die halbe Welt besegeln und erobern konnte. Außerdem verbreiteten sie den Katholizismus bei den Erkundungen und Kolonialisierungen in der ganzen Welt.

In diesen Jahren brachte Portugal einige berühmte Seefahrer und Entdecker hervor. Zu diesen gehörten natürlich auch Bartholomeu Dias. Dieser umsegelte im Jahr 1487 als erster Europäer das Kap der Guten Hoffnung. Auch Pedro Alvares Cabral, welcher im Jahre 1500 als erster Europäer nach Brasilen kam sowie Ferdinand Magellan, welcher der allererste Mensch auf der Welt war, der die Meridiane unseres Erdballs überquerte. Sehr bedeutend, vorrangig für den wirtschaftlichen Erfolg und den Einfluss Lissabons und Portugals war aber Vasco da Gama, über den gleich noch einige Informationen folgen.

Die Bedeutung des Vasco da Gama

Vasco Da Gama

Bildnachweis: Gregório Lopes, Public domain, via Wikimedia Commons

Dom Vasco da Gama war zu seiner Zeit Graf von Vidigueira und ging in die Geschichtsbücher als Seefahrer und Entdecker ein.

Denn im Jahr 1497 bestieg er sein Schiff in Lissabon und brach zu einer alles verändernde Reiser auf. Er umsegelte das Kap der Guten Hoffnung und kam nach Indien. Damit war er der erste Europäer, der nach Indien über den Seeweg kam. Dort wurde er der zweite Vizekönig der Kolonie Portugiesisch-Indiens. Doch viel bedeutender war diese Reise und seine Fahrt nach Indien für Portugal und Lissabon. Denn dies war der eigentliche Beginn des „goldenen Zeitalters“, bei dem Lissabon, am Tejo und Atlantik, zur bedeutendsten Handelsmetropole der Welt aufstieg.

Beim Handel mit Gewürzen und anderen Stoffen aus weiter Entfernung, die die Portugiesen über den Seeweg nach Europa bringen konnte, wurden viele Reichtümer und noch viel mehr Macht geschaffen.

Die Katastrophen in Lissabon

Auf das „goldene Zeitalter“ folgten in den Geschichtsbüchern die Herrschaft der Spanier über Portugal und zwei großen Katastrophen in Lissabon. Diese drei Faktoren ließen den Einfluss und die Macht sowie den Reichtum der Portugiesen schnell schwinden. Denn im Jahre 1560 begann die Herrschaft der Spanier für sechzig Jahre, welche dem einst so blühenden Portugal und Lissabon als Kolonial- und Handelsmacht nahezu alle Bedeutung raubte. Auf diese Herrschaft folgten dann die beiden angesprochenen Katastrophen; das Erdbeben und der Brand in Lissabon.

Das schwere Erbeben von 1755

Am 01.11.1755 kam es am Vormittag zu einem der schlimmsten und stärksten Erdbeben in der Menschheitsgeschichte. Das Erdbeben der Richterskala Neun legt die ganze Stadt und Schutt und Asche und vernichtete viele Gebäude und Stadtteile. Dabei starb Schätzungen zufolge knapp ein Viertel der Bevölkerung in Lissabon. Die Zahl der Toten wird in etwa zwischen 30.000 und 200.000 Menschen gelegen haben. Auf das schreckliche Erdbeben folgte noch eine riesige Flutwelle von 15 Metern Höhe sowie ein Feuersturm, welche beide die Stadt nahezu komplett vernichteten.

Allerdings bauten die Überlebenden die Stadt wieder auf. Dabei planten sie viele Stadtteile neu und legten die Unterstadt planmäßig neu an. Außerdem bauten sie erdbebensichere Häuser und Brandmauern, um sich vor weiteren Katastrophen zu schützen. Einige Teile der Stadt blieben jedoch zerstört und viele Gebäude wurden nicht oder nur teilweise wiederaufgebaut.

Der große Brand von 1988

Die nächste Katastrophe ließ nicht allzu lange auf sich warten, denn im Jahr 1988 brannte die Altstadt von Lissabon. Dabei kam es zur Zerstörung von anderthalb Dutzend Häusern und Geschäften. Bis heute ist nicht geklärt, ob der Brand mutwillig ausgelöst wurde oder ein Unfall war. Auch nach dieser Katastrophe packten die Bewohner der portugiesischen Hauptstadt wieder an und bauten die Stadt in einem langen Prozess von zehn Jahren wieder auf.

Lissabon feuer

Bildnachweis: João Glama Ströberle, Public domain, via Wikimedia Commons

Nur per E-Mail

Meine Lissabon-Geheimtipps

Die Orte, die ich nur Familie und Freunden verrate – die findest du nicht auf dem Blog. Trag dich ein, und ich schicke sie dir direkt in dein Postfach.

Du bekommst meine Geheimtipps und gelegentlich meinen Newsletter. Abmeldung jederzeit mit einem Klick. Mehr in der Datenschutzerklärung.

Fast geschafft!

Ich habe dir eine E-Mail geschickt. Bestätige deine Anmeldung mit einem Klick – dann kommen meine Geheimtipps.

Meine Empfehlungen für deine Reise

Diese Anbieter nutze ich selbst und empfehle sie Familie und Freunden.

* Partner-Links: Wenn du darüber buchst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Erstmals veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert am

Sven da Silva Rochel

Geschrieben von

Sven da Silva Rochel

Ich lebe seit 2018 in Lissabon, spreche Portugiesisch und teste jeden Tipp hier selbst – vom Miradouro bis zur Tasca um die Ecke. Wenn sich Preise oder Öffnungszeiten ändern, aktualisiere ich den Artikel.

Mehr über mich

Kommentare

Noch keine Kommentare. Hast du eine Frage oder einen Tipp? Schreib mir!

Schreib einen Kommentar Antwort an

Ich lese jeden Kommentar, bevor er erscheint. Deine E-Mail-Adresse nutze ich nur, um dir Bescheid zu geben, wenn ich antworte. Sie wird nicht veröffentlicht. Mehr in der Datenschutzerklärung.

Danke für deinen Kommentar!

Ich schaue ihn mir an und schalte ihn dann frei. Das kann ein paar Tage dauern. Wenn ich antworte, bekommst du eine E-Mail.

Mehr aus „Lissabon“