Pastel de Nata
Achtung, Suchtgefahr: Hier erfährst du, wie viele Kalorien drinstecken, wo es die besten gibt und wie du sie zuhause nachbackst.
Kurz gesagt
Ein Pastel de Nata hat ungefähr 160 bis 300 Kalorien – je nach Größe. Ein typisches Törtchen aus einer Lissabonner Pastelaria wiegt rund 60 bis 80 g und liegt damit meist bei ca. 160 bis 210 kcal; pro 100 g sind es etwa 220 bis 280 kcal. Die bekanntesten gibt es bei Pastéis de Belém (seit 1837) und Manteigaria, als „bester Pastel de Nata Lissabons“ wurde zuletzt mehrfach die Pastelaria Aloma ausgezeichnet.
Pastéis de Nata, oder im Singular Pastel de Nata, sind kleine Pudding-Törtchen und eine echte Spezialität in Portugal. Es gibt sie wirklich an jeder Ecke, und ich habe noch kein Café gesehen, das die kleinen Köstlichkeiten nicht verkauft – außer sie sind ausverkauft. Die Törtchen aus Blätterteig, gefüllt mit einer Creme aus Eigelb, Zucker und Milch, schmecken so unwiderstehlich gut, dass mir das Wasser im Mund zusammenläuft, sobald ich an sie denke.
Als ich nach Portugal zog, kaufte ich mir noch am ersten Tag das bekannte Eierpuddinggebäck, und was soll ich sagen: Es war Liebe auf den ersten Biss! Am liebsten mag ich sie mit Puderzucker oder Zimt bestreut.
Wie viele Kalorien hat ein Pastel de Nata?
Die ehrliche Antwort: Es kommt auf die Größe an. Ein Pastel de Nata aus einer Lissabonner Pastelaria wiegt meistens um die 60 bis 80 Gramm. Pro 100 Gramm finden sich Angaben zwischen etwa 220 und 280 Kalorien. Ein einzelnes Törtchen hat also grob 160 bis 210 Kalorien. Die extragroßen Exemplare, die man vor allem außerhalb Portugals bekommt, knacken auch mal die 300.
| Nährwerte (Richtwerte) | pro Stück (ca. 60 g) | pro 100 g |
|---|---|---|
| Kalorien | ca. 155–170 kcal | ca. 220–280 kcal |
| Fett | ca. 6 g | ca. 7–10 g |
| Kohlenhydrate | ca. 21 g | ca. 34–35 g |
| davon Zucker | ca. 12 g | ca. 20 g |
| Eiweiß | ca. 3 g | ca. 4–5 g |
Zum Vergleich: Ein ordentliches Stück Torte hat meist deutlich mehr. Ein Pastel de Nata zum Kaffee ist also keine Sünde – fünf hintereinander allerdings schon. Und genau da liegt das Problem.
Die besten Pastéis de Nata in Lissabon
Die Frage aller Fragen, und jeder hat eine andere Antwort. Hier meine Übersicht über die bekanntesten Adressen:
| Wo | Viertel | Warum hin? |
|---|---|---|
| Pastéis de Belém | Belém | Das Original seit 1837, geheimes Rezept |
| Manteigaria | Chiado (Rua do Loreto) | Nur Natas, frisch aus dem Ofen, mitten im Zentrum |
| Pastelaria Aloma | Campo de Ourique | Mehrfacher Sieger beim Wettbewerb „O Melhor Pastel de Nata“ |
| Pastelaria Santo António | Unterhalb des Castelo | Ebenfalls schon als bester Pastel de Nata Lissabons ausgezeichnet |
| Café um die Ecke | überall | Oft unterschätzt – und ohne Warteschlange |
Pastéis de Belém – das Original aus Belém
Wenn du die Lisboetas fragst – so werden die Einwohner Lissabons genannt –, sollen die besten Pastéis de Nata die Pastéis de Belém sein. Die Konditorei findest du ein paar Meter neben dem Hieronymus-Kloster, einem Weltkulturerbe der UNESCO. Gegründet 1837, ist hier immer etwas los. Täglich werden bis zu 20.000 Eiercreme-Törtchen produziert und verkauft.

Lange Warteschlangen sind nicht unüblich, um die beliebten Pastéis de Belém zu bekommen.
Die Konditorei ist sehr touristisch. Hier musst du mit einer relativ langen Warteschlange rechnen, um die beliebten Törtchen am Tresen zu kaufen. Die rund 400 Sitzplätze sind schnell belegt, auch morgens kurz nach der Öffnung um 8 Uhr.

Eine kleine Ausstellung vor dem Sitzbereich
Bezahlen kannst du hier in bar oder mit Karte. Schneller geht es natürlich in bar.

Nachteil: Sehr viel Verpackungsmüll für wenig Inhalt
Manteigaria – Natas im Minutentakt
Die Manteigaria in der Rua do Loreto, direkt am Übergang von Chiado zum Bairro Alto, macht nur eine Sache: Pastéis de Nata. Gebacken wird direkt im Laden, die Törtchen kommen meist noch warm über die Theke. Viele halten sie für ebenbürtig mit dem Original in Belém – und sie liegt deutlich zentraler. Einen Stand der Manteigaria gibt es auch im Time Out Market.
Pastelaria Aloma und Santo António
Seit vielen Jahren kürt eine Fachjury beim Wettbewerb „O Melhor Pastel de Nata“ den besten Pastel de Nata der Region Lissabon – in Blindverkostung. Die Pastelaria Aloma in Campo de Ourique hat ihn schon mehrfach gewonnen, unter anderem 2024 und 2025. Auch die kleine Pastelaria Santo António auf dem Weg hoch zum Castelo de São Jorge hat den Titel schon geholt. Beide sind weniger überlaufen als Belém.
Pastel de Nata in der Pastelaria
Überall in Portugal gibt es in jeder Pastelaria köstliche Pastéis de Nata zu kaufen. Eine Pastelaria ist übrigens eine Mischung aus Bäckerei und Konditorei. Dort sind die Törtchen immer etwas größer als im Supermarkt. Es reicht also vollkommen, sich nur eins zu kaufen. In der Regel bestellen sich die Portugiesen dazu noch eine Bica (Espresso) oder einen Galão (Milchkaffee im Glas) und setzen sich an einen Tisch.
Pastel de Nata aus dem Supermarkt
Wenn ich ehrlich bin, dann kaufe ich sogar recht häufig meine Pastéis de Nata im Supermarkt. Am besten gefallen mir die bei Continente. Hier gibt es die kleinen Törtchen im Vierer- oder Sechserpack günstig zu kaufen. Es gibt sie aber auch bei Pingo Doce, LIDL und allen anderen Supermärkten. Du solltest nur wissen, dass sie in der Regel kleiner sind als die aus einem Café oder direkt in Belém.
Fazit zu den besten Pastéis de Nata
Ob die Pastéis de Belém nun wirklich die besten Törtchen haben, kann ich dir nicht sagen – dafür müsste ich ja alle probiert haben. Ich persönlich kaufe meine Pastéis de Nata bevorzugt im Café um die Ecke oder eben im Supermarkt (Continente), wenn ich gerade einkaufen bin.
So isst man einen Pastel de Nata richtig
Es gibt keine Regeln – aber ein paar Gewohnheiten, die du bei den Portugiesen abschauen kannst:
- Warm ist besser: Ein frischer, noch lauwarmer Pastel mit knusprigem Teig ist eine andere Liga als einer vom Vortag.
- Canela oder Açúcar: Auf den Tischen stehen oft Streuer mit Zimt (canela) und Puderzucker (açúcar em pó). Ein bisschen von beidem geht auch.
- Mit Kaffee: Klassisch gibt es dazu eine Bica (Espresso) oder einen Galão.
- Aus der Hand: Gabel brauchst du nicht. Aber Vorsicht, der Blätterteig krümelt ordentlich.
Woher kommen Pastéis de Nata?
Mir sagte mein portugiesischer Arbeitskollege mal, dass die Pastéis de Nata ihren Ursprung im Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymus-Kloster) haben. Und er hatte recht: Die Mönche des Klosters in Belém haben die Törtchen erfunden. Es heißt, dass in den Klöstern damals viel Eiweiß zum Stärken von Wäsche gebraucht wurde. Übrig blieb jede Menge Eigelb – und daraus entstanden viele portugiesische Süßspeisen.
Nach der liberalen Revolution von 1820 wurden 1834 alle Klöster in Portugal geschlossen. Um zu überleben, verkauften Angestellte des Klosters die Törtchen in einem kleinen Laden an einer Zuckerraffinerie nebenan. Seit 1837 werden sie dort von der Casa Pastéis de Belém nach dem Originalrezept gebacken. Durch ihren Ursprung in Belém werden sie hier daher Pastéis de Belém genannt – der Name ist geschützt und darf nur von dieser einen Konditorei verwendet werden.
Solltest du also mal von Pastéis de Nata oder Pastéis de Belém hören, handelt es sich um die gleichen Törtchen. Nur berufen sich die Pastéis de Belém darauf, das Original zu sein.
Der Mythos besagt, dass das Originalrezept so geheim ist wie das Coca-Cola-Rezept. Es ist nirgendwo niedergeschrieben. Nur drei Menschen auf dieser Welt sollen das exakte Rezept kennen und es Generation für Generation weitergeben. Daher reisen diese drei angeblich niemals zeitgleich im selben Flugzeug, Zug oder Auto. Belegt ist zumindest, dass die Füllung bis heute in einer „geheimen Werkstatt“ von wenigen Konditormeistern zubereitet wird.
Pastel de Nata Rezept
Pastel de Nata selbst machen: eine hervorragende Option, falls du bei dir zu Hause keine Quelle für Pastéis de Nata findest. Selbst backen geht einfach und dauert maximal 40 Minuten. Das folgende Rezept ist hier in Portugal sehr gängig, und auch ich habe schon selbst welche in der Küche danach hergestellt.
Woraus werden Pastéis de Nata gemacht?
Es sind im Grunde Blätterteig-Törtchen mit Pudding. Der Blätterteig wird in einer Form ausgelegt und bekommt eine Füllung. Die Füllung besteht aus einer Art Milchpudding mit Eigelb und viel Zucker. Hört sich einfach an, ist es auch.
Zutaten für zwölf Pastéis de Nata
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Aufgetauter Blätterteig | 250 g |
| Vollmilch | 250 ml |
| Mehl Typ 550 | 30 g |
| Brauner Zucker (fein) | 150 g |
| Wasser | 125 ml |
| Zimtstange | 1 |
| Zitronenschale (lange Streifen) | 1 Zitrone |
| Eigelb | 6 (Größe L) |
Küchengeräte und Helfer
- 12er-Muffinform oder Backblech
- 2 Töpfe
- Sieb
- Schüssel
- Schneebesen
- Backofen
Zubereitung der Pastéis de Nata
- Muffinform mit Blätterteig bis zum oberen Rand dünn auslegen.
- Mehl und ein bisschen Milch in einen kleinen Topf geben und mit dem Schneebesen oder Mixer verrühren.
- Den Rest der Milch mit der Zitronenschale und der Zimtstange in einen Topf geben und erhitzen.
- Sobald die Milch aufkocht, das Mehl-Milch-Gemisch unter Rühren hinzugeben.
- Für ein paar Minuten bei ständigem Rühren auf niedriger Stufe kochen lassen, bis eine puddingähnliche Masse entsteht.
- Ofen auf 230 Grad Umluft vorheizen.
- Zucker und Wasser in einen Topf geben, aufkochen und 2 Minuten köcheln lassen (Rühren nicht vergessen).
- Zuckerlösung langsam in die Puddingmasse einrühren.
- Masse sieben, um Klumpen, Zimtstange und Zitronenschale herauszufiltern.
- Eigelb hinzugeben und gut vermischen.
- Die Masse in die mit Blätterteig ausgelegte Form geben (etwa 3/4 hoch).
- Bei 260 Grad ca. 15 Minuten backen.
- Goldbraun gebacken sind die Pastéis de Nata fertig!
Pastel de Nata in Deutschland kaufen
Nachdem du der Verführung in Lissabon oder irgendwo in Portugal das erste Mal verfallen bist, wirst du dir denken: „Warum gibt es die nicht in Deutschland?“ Ich kann dich beruhigen, denn inzwischen findest du sie auch dort.
Als ich das letzte Mal in Deutschland war, war ich bei LIDL und war erstaunt, sie dort zu sehen. Auch in einem Café in Berlin habe ich Pastéis de Nata schon entdeckt. Sie werden also auch in Deutschland immer beliebter.
Selbst fotografiert
Meine Fotos von Pastéis de Belém
Alle Fotos: © Sven da Silva Rochel
Häufige Fragen
Wie viele Kalorien hat ein Pastel de Nata?
Ein normales Pastel de Nata (60–80 g) hat etwa 160 bis 210 kcal. Sehr große Exemplare kommen auf bis zu 300 kcal. Pro 100 g sind es rund 220 bis 280 kcal.
Wie viel Zucker hat ein Pastel de Nata?
Bei einem kleinen Törtchen von rund 60 g sind es etwa 12 g Zucker. Je nach Bäckerei und Größe kann es deutlich mehr sein.
Was ist der Unterschied zwischen Pastel de Nata und Pastel de Belém?
Es ist im Prinzip dasselbe Törtchen. „Pastéis de Belém“ ist ein geschützter Name, den nur die Konditorei in Belém nutzen darf, die seit 1837 nach dem Originalrezept der Mönche backt. Überall sonst heißen sie Pastéis de Nata.
Wo gibt es die besten Pastéis de Nata in Lissabon?
Die Klassiker sind Pastéis de Belém in Belém und Manteigaria in Chiado. Beim jährlichen Wettbewerb „O Melhor Pastel de Nata“ hat zuletzt mehrfach die Pastelaria Aloma gewonnen. Ehrlich gesagt: Auch das Café um die Ecke macht oft richtig gute.
Isst man Pastel de Nata warm oder kalt?
Am besten lauwarm, frisch aus dem Ofen, mit etwas Zimt (canela) oder Puderzucker (açúcar em pó) bestreut. Dazu passt ein Espresso (bica) oder ein Galão.
Wie heißt die Mehrzahl von Pastel de Nata?
Pastéis de Nata. Ein Törtchen ist ein Pastel, zwei oder mehr sind Pastéis.
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Erstmals veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert am
Geschrieben von
Sven da Silva Rochel
Ich lebe seit 2018 in Lissabon, spreche Portugiesisch und teste jeden Tipp hier selbst – vom Miradouro bis zur Tasca um die Ecke. Wenn sich Preise oder Öffnungszeiten ändern, aktualisiere ich den Artikel.
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